Schweinfurt
Schweinfurt ([ˈʃvaɪ̯nˌfʊʁt] , Schweinfurterisch: Schweifert , Ostfränkisch: Schwainfodd) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaats Bayern. Sie besteht infolge ausgebliebener Eingemeindungen bei der bayerischen Gebietsreform nur aus der Kernstadt. Der Ballungsraum hat 124.000 Einwohner (2023) und das Einzugsgebiet der Stadt 759.000 Einwohner (2019).
Die Großindustrie- und Hafenstadt am Main ist Oberzentrum, Verwaltungssitz des Landkreises Schweinfurt, Teilstandort zweier Landesbehörden und einer Technischen Hochschule. Nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag Schweinfurt 2021 an fünfter Stelle in Deutschland.
Schweinfurt wurde 791 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1000 beherrschten die Markgrafen von Schweinfurt das nordöstliche Bayern. Die Reichsstadt (seit 1254) wurde zu einem protestantischen und humanistischen Zentrum. Die von Gustav Adolf II. 1632 eingeleitete Universitätsgründung scheiterte an seinem frühen Tod. 1652 wurde in Schweinfurt – vor der Royal Society in London (1660) und der Académie des sciences in Paris (1666) – die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt gegründet, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, seit 1878 in Halle (Saale), seit 2008 Nationale Akademie der Wissenschaften. 1780 begann die Industrialisierung der Stadt, in der das Tretkurbel-Fahrrad (Philipp Moritz Fischer 1853, strittig) und der Fahrradfreilauf (Ernst Sachs 1898) erfunden wurden.
Schweinfurt liegt in der Mitte der EU (Autobahn-. Logistik und Stromnetzknoten). Die Wälzlager-Konzerne SKF und Schaeffler, der viertgrößte Automobilzulieferer der Welt ZF Friedrichshafen (u. a. Bau von E-Motoren) und Fresenius Medical Care haben hier ihre größten Werke. In neuerer Zeit gewannen Forschung und Dienstleistung an Bedeutung. Für das Milliardenprojekt KI-Gigafactory „Blue Swan“ soll bis Sommer 2026 Baurecht bestehen.