Heimatgeschichte · Landau in der Pfalz ·

Landau in der Pfalz: Geschichte

Landau in der Pfalz: Geschichte

=== Antike und Entstehung ===
Im März 2022 stießen bei Bauarbeiten an der B 10-Ausfahrt bei Landau-Godramstein Bauarbeiter auf Überreste eines spätantiken römischen Kastells. Bereits im letzten Jahrhundert wurde in Landau ein römisches Gräberfeld entdeckt.
Gegründet wurde Landau um 1260 von Graf Emich IV. von Leiningen-Landeck. Dieser ließ eine in die Ebene vorgelagerte Befestigung als zusätzlichen Schutz für seine Burg Landeck errichten. 1274 erhielt Landau von König Rudolf I. von Habsburg die Stadtrechte. Der König gewährte Landau 1291 den Status einer Reichsstadt. 1324 wurde Landau an den Bischof von Speyer Emich von Leiningen verpfändet. Erst 1511 wurde es durch Kaiser Maximilian I. wieder ausgelöst und der Vogtei Hagenau unterstellt. 1521 trat Landau der Dekapolis, dem Elsässischen Zehnstädtebund, bei. Bürgermeister Hans Hitschler unterzeichnete 1579 für den Rat der Stadt die lutherische Konkordienformel von 1577.

Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 war Landau mit kurzen Unterbrechungen Exklave des Königreichs Frankreich bzw. französische Enklave im Reichsgebiet. Im Holländischen Krieg zeitweise wieder unter Kontrolle von Reichstruppen, bestätigte der Friede von Nimwegen (1678–1679) endgültig die Abtretung Landaus vom Heiligen Römischen Reich an Frankreich. Landau wurde 1688 bis 1691 von Vauban zur Festung ausgebaut. Dabei wurde die mittelalterliche Stadt zum großen Teil niedergebrannt. Vermutungen, dass der Brand im Auftrag des französischen Festungsbaumeisters gelegt wurde, konnten nie bewiesen werden. Beim Neubau entstanden gerade Straßen, rechtwinkelige Bauquadrate und der Marktplatz. Mit der Anlage der Festung änderte sich das Leben der Bewohner. Der Einlass in die Stadt erfolgte lediglich durch die Stadttore und war nach Sonnenuntergang nicht mehr möglich.

Im Spanischen Erbfolgekrieg wechselte die französische Festung Landau mehrfach nach aufwändigen Belagerungen den Besitzer. 1702 lösten die Kaiserlichen Truppen die Franzosen ab, 1703 gewannen die Franzosen Landau nach der Schlacht am Speyerbach zurück, 1704 wurde Landau wieder kaiserlich. Seit dem 12. März 1709 war Carl Alexander von Württemberg Festungskommandant. 1713 wurde die Stadt von Marschall Jacques Bazin de Bezons (1646–1733) ab dem 6. Juni 1713 belagert, und die Franzosen gewannen die Festung am 20. August 1713 zurück. Im Frieden von Rastatt 1714 war der Heimfall von Landau an Frankreich der wesentlichste Gewinn für Ludwig XIV.

Wie im übrigen Frankreich herrschte ab dem 20. Juli 1789 die Französische Revolution in Landau. Die Stadt gehörte wie das Unterelsass seit 4. März 1790 zum Département Bas-Rhin und war 1793 bis 1800 Sitz des Distrikt Landau. Auch 1814, nach dem ersten Sieg im Befreiungskrieg über Napoléon Bonaparte, blieb Landau zunächst französisch. Aufgrund der Vereinbarungen im Zweiten Pariser Frieden vom November 1815 kam das nördlich der Lauter liegende Gebiet und damit auch Landau zunächst unter die Hoheit Österreichs. Landau war jetzt Bundesfestung. Österreich war schon im Juni 1815 auf dem Wiener Kongress die vorher zum Département du Mont-Tonnerre (Departement Donnersberg) gehörende übrige Pfalz zugesprochen worden. Im April 1816 schließlich wurde die gesamte Pfalz in einem Staatsvertrag von Österreich an das Königreich Bayern abgetreten. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landau in der Pfalz“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: © Ralph Hammann - Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons