Coburg: Geschichte
=== 11. bis 18. Jahrhundert ===
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Coburg 1056 in einer Schenkungsurkunde der exilierten Polenkönigin Richeza an den Erzbischof Anno von Köln über das Land um Coburg. 1331 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Coburg das Stadtrecht und das Recht der eigenen Gerichtsbarkeit. 22 Jahre später, im Jahr 1353, erbte Markgraf Friedrich III. von Meißen und somit das Haus Wettin von dem Henneberger Grafen Heinrich die Herrschaft Coburg (Pflege Coburg). Während die Hussiten im Jahr 1430 Bereiche des Coburger Landes plünderten, wurde die Stadt Coburg nicht angegriffen. Im Stadtwappen erschien 1430 der heilige Mauritius.
1485 gehörte Coburg nach der Leipziger Teilung den Ernestinern. Da die sächsischen Kurfürsten die Reformation unterstützten, konnte diese schon bis 1524 in Coburg eingeführt werden. Im Jahr 1530 hielt sich Martin Luther ein halbes Jahr auf der Veste Coburg auf, weil er wegen der über ihn verhängten Acht nicht am Reichstag zu Augsburg teilnehmen konnte.
Von 1586 bis 1633 war Coburg erstmals Residenz und Hauptstadt des selbständigen Herzogtums Sachsen-Coburg. In dieser Zeit entstanden in Coburg unter Herzog Johann Casimir einige Renaissancebauten, die noch heute das Stadtbild prägen. Nach einer Periode von 1680 bis 1699 unter Herzog Albrecht wurde Coburg 1735 abermals Residenzstadt, diesmal der Herzöge von Sachsen-Coburg-Saalfeld und ab 1826 von Sachsen-Coburg und Gotha.
Ab 1532 kam es in Coburg zu einzelnen Hexenprozessen. Während der Regierungszeit Herzog Johann Casimirs (1586–1633) sind von 1612 bis 1619 und von 1628 bis 1632 etwa 178 Hexenprozesse mit intensiven Verfolgungen nachweisbar. Insgesamt gab es in Coburg und Umgebung im 16. und 17. Jahrhundert mindestens 228 Hexenprozesse.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde unter Herzog Ernst I. das Residenzschloss Ehrenburg neu gestaltet. Der Schlossplatz erhielt mit dem neuen Hoftheater, den Arkaden und dem erweiterten Hofgarten sein heutiges Aussehen.
Wichtig für die Stadtentwicklung war das Jahr 1858 mit dem ersten Eisenbahnanschluss an die Werrabahn. Die Eisenbahnverbindung führte unter anderem dazu, dass in den folgenden 60 Jahren Kaiser, Zaren, Könige und Fürsten oft zum Besuch ihrer Verwandtschaft nach Coburg kamen. Unter der Regentschaft und dem Patronat des liberalen Herzogs Ernst II. wurde die Stadt um 1860 Zentrum der in Vereinen organisierten deutschen Nationalbewegung.
Am 14. November 1918 endete mit dem Rücktritt des Herzogs Carl Eduard die Monarchie. Am 30. November 1919 stimmten in einer der ersten demokratischen Volksbefragungen in Deutschland 9402 Einwohner der Stadt Coburg gegen den Zusammenschluss des Freistaates Coburg mit dem Land Thüringen und 1624 dafür. Somit kam Coburg am 1. Juli 1920 zum Freistaat Bayern.
Ab 1922 entwickelte sich Coburg zu einer Hochburg des Nationalsozialismus.
Schon 1929 erhielt die NSDAP zum ersten Mal in einer deutschen Stadt bei den Stadtratswahlen die absolute Mehrheit der Sitze. Coburg verlieh 1932 als erste deutsche Stadt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde. Ab Ende der 1930er Jahre führte Coburg den Ehrentitel „Erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands“.
Im Jahr 1925 hatte Coburg 316 jüdische Einwohner. Bei einer Einwohnerzahl von 25.707 lebten 1933 noch 233 jüdische Bürger in der Stadt. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland verzeichnet namentlich 65 jüdische Einwohner Coburgs, die deportiert und größtenteils ermordet wurden. …