Heimatgeschichte · Kanton Appenzell Ausserrhoden ·

Kanton Appenzell Ausserrhoden: Geschichte

Kanton Appenzell Ausserrhoden: Geschichte

Appenzell wurde 1597 in das katholische Innerrhoden und in das reformierte Ausserrhoden geteilt. Hauptort (Rathaus, Stock (Halseisenstock) und Galgen) für Ausserrhoden wurde Trogen. Ab dem 16. Jahrhundert wurden grosse Textilhäuser in verschiedenen Gemeinden gegründet. Die Textilindustrie ging in den Krisenjahren 1920 bis 1939 nieder. Seit 1749 besteht Ausserrhoden aus zwanzig Gemeinden mit neunzehn reformierten Kirchgemeinden (Lutzenberg bleibt kirchlich mit Thal SG verbunden). Die erste liberale Verfassung wurde 1834 angenommen, diese wurde 1876 und 1908 revidiert. Herisau wurde 1876 Tagungsort des Kantonsrates, Sitz der Regierung und wichtiger Verwaltungszweige. Zwischen 1875 und 1913 wurden verschiedene Bahnlinien gebaut. 1910 wurde mit 57'793 Personen der Höchststand der ausserrhodischen Bevölkerung erreicht (1990: 52'229). Johannes Baumann wurde 1934 als erster Appenzeller Bundesrat. Das Frauenstimmrecht wurde 1974 auf Gemeindeebene eingeführt, 1989 wurde es auf den Kanton ausgeweitet. Auf kantonaler und kommunaler Ebene wurde das Stimmrechtsalter auf 18 Jahre herabgesetzt.
Zum ersten Mal in der Geschichte wurden 1994 zwei Frauen in den Regierungsrat gewählt. 1995 wurde eine totalrevidierte Kantonsverfassung angenommen. Die Appenzell-Ausserrhodische Kantonalbank wurde 1996 durch Bankpräsident Hans-Rudolf Merz an die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) verkauft. 1997 wurde die Landsgemeinde abgeschafft und demzufolge 1998 erstmals der Regierungsrat an der Urne gewählt. 2002 fand auf der Grundlage des 1997 eingeführten fakultativen (statt des bisherigen obligatorischen) Referendums erstmals eine Abstimmung über eine Sachvorlage an der Urne statt. 2015 wurde die Staatsleitung reformiert.

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Kanton Appenzell Ausserrhoden“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Dietrich Michael Weidmann, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons