Heimatgeschichte · Tamsweg ·

Bezirk Tamsweg: Geschichte

Bezirk Tamsweg: Geschichte

Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. zählte das Gebiet des heutigen Lungaus zu Norikum, einem keltischen Königreich. 15 v. Chr. wurde es von den Römern besetzt und 50 n. Chr. zu einer römischen Provinz. Ab 488 wurden unter Odoaker die Romanen nach Italien abgezogen. Ende des 6. Jahrhunderts begann die slawische Besiedlung, die ab dem 7. Jahrhundert vom unter awarischer Herrschaft stehenden Karantanien verwaltet wurde. Im 8. Jahrhundert suchte Karantanien die Unterstützung des Stammesherzogtums Baiern und geriet in der Folge in dessen Machtbereich, dem das Gebiet bis zum frühen 14. Jahrhundert unterstand. Die bairische Besiedlung selbst begann im Lungau jedoch erst im Laufe des 10. Jahrhunderts und drang in die Seitentäler nur langsam vor – bis dahin war die Bevölkerung überwiegend alpenslawisch, was sich bis heute in vielen slawischstämmigen Ortsnamen (z. B. endend auf -itz oder -ach) sowie Haus- und Flurtypen niederschlägt.
Der Name Lungouue ist seit 923 bezeugt und wird auf den indoeuropäischen Gewässernamen *Luna zurückgeführt, welcher möglicherweise die Taurach bezeichnet. Eine Grafschaft Lungau ist schon 1103 belegt.
Von 1328 bis zum Jahr 1803 dauerte dann die Herrschaft der Salzburger Fürsterzbischöfe. Im Lungau waren die Lehren Martin Luthers früh verbreitet worden, erste Hinweise datieren aus dem Jahre 1534. Eine Rolle spielten dabei Prediger aus der angrenzenden Steiermark, wie Jörg Schratl, der schon 1528 in Stadl an der Mur gegen den Papst auftrat. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 kam es in den folgenden 100 Jahren von Seite der Salzburger Erzbischöfe immer wieder zu Maßnahmen gegen die evangelischen Glaubenserneuerer. Um 1578 kam etwa der Erzbischof selbst mit Truppen in den Lungau, ließ die Rädelsführer gefangen nehmen, nach Hallein überstellen und dort hinrichten. Im Jahre 1605 wurde an Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau berichtet, dass viele Lungauer sektische und lutherische Stücke redeten und sängen. Der Reformeifer des Erzbischofs war aber durch seine persönliche Lebensführung und mehrere politische und wirtschaftliche Schwierigkeiten erlahmt, so dass er keine vollständige Offensive zur Rekatholisierung mehr angehen konnte.
Erst sein Nachfolger Markus Sittikus führte 1613 eine Generalvisitation durch, bei der u. a. festgestellt wurde, dass die Mehrzahl der Landpfarrer im Konkubinat lebte und Kinder hatte, worauf eine scharfe Disziplinierungsphase folgte. Danach konnte zwar durch die Bekehrung der „sektischen Untertanen“ die Einheit des Glaubens wiederhergestellt werden, später wurde aber festgestellt, dass jene bloß eine äußerliche geblieben wäre, was als Kryptoprotestantismus bezeichnet wurde. Auf Anordnung von Erzbischof Paris von Lodron übernahm 1633 der Kapuzinerorden die Seelsorge im Lungau, um die Bevölkerung dauerhaft zu rekatholisieren. Sie erneuerten 1636 die „Corporis Christi und St.Leonhardsbruderschaft“ und mit deren Hilfe wurden theatralische Prozessionen inszeniert. Diese Periode wurde 1781 durch die Auflösung der Kapuzinerordens in Tamsweg durch den aufgeklärten Erzbischof Colloredo beendet. Nach dessen Abdankung 1803 kam das Gebiet kurze Zeit wieder unter bayerische Verwaltung und 1816, wie ganz Salzburg, zu Österreich.
Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg im Jahre 1848 erfolgte die Herausgabe einer eigenen Landesverfassung, die auch eine Neuregelung der Landesverwaltung und die Einführung der Gemeindeordnung mit sich brachte. Zuvor war Salzburg von Linz aus regiert worden. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Bezirk Tamsweg“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Michielverbeek, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons