Heimatgeschichte · Balzers ·

Balzers: Geschichte

Balzers: Geschichte

Die Geschichte ist in ihren Grundzügen mit der des Landes Liechtenstein identisch. Im Detail widmet sich die Schriftenreihe «Balzner Neujahrsblätter» der Geschichte und Kultur des Ortes.
Aufgrund der ausgegrabenen Kulturgegenstände ist der Beweis einer Besiedlungskontinuität von der Jungsteinzeit an (etwa 3000 v. Chr.) bis zum heutigen Tag erbracht worden, wobei die Ortschaft im Jahr 842 erstmals urkundlich erwähnt wird.
Das Dorf zerfiel in die Teile Balzers und Mäls, wovon das rätische Mäls der ältere Teil ist. Während «Meilis», wie Mäls im Rätischen Urbar heisst, etymologisch bis heute nicht gedeutet werden konnte, kann der Name Balzers (Palazoles) in Zusammenhang mit dem lateinischen «palatium» (= Herrenhof, Pfalz) gebracht werden.

Archäologische Grabungen haben gezeigt, dass der Burghügel der Burg Gutenberg seit der Jungsteinzeit besiedelt ist. Seit im Jahr 1934 Funde am Südfuss des Burghügels Gutenberg entdeckt wurden, gilt Balzers als die südlichste Fundstelle der Rössener Kultur. Die Frühe und die Späte Bronzezeit sind durch am Burghügel Gutenberg gefundene Gefässreste fassbar. Von grosser kunstgeschichtlicher Bedeutung sind sieben menschliche Bronzestatuen und zwei Tierfiguren (Eber und Hirsch), die am Burghügel gefunden wurden. Dabei ist die Figur «Mars von Gutenberg» mit einer Grösse von zwölf Zentimetern besonders bedeutsam. Bei diesen Figuren handelt es sich wohl um Fruchtbarkeits- oder Ritualgegenstände.
Im Jahr 15 v. Chr. eroberten die Römer unter Augustus das Gebiet des heutigen Liechtensteins und errichteten die römische Provinz Raetia. Im 1. Jahrhundert wurde die Heeresstrasse Mailand–Bregenz angelegt, die über die Luzisteig nach Balzers und weiter nach Bregenz führte. Aus diesem Grund wurden auch in Balzers verschiedene römische Bauwerke errichtet. Ob es sich bei der ausschliesslich auf der Tabula Peutingeriana erwähnten Siedlung oder Strassenstation Magia um Balzers handelt, muss offen bleiben.

Im Mittelalter sind weitere Bautätigkeiten im Dorf nachweisbar. Zeitgleich gewann die Burg Gutenberg an Bedeutung, wo bereits im 9. und 10. Jahrhundert ein Friedhof mit rund 300 Gräbern angelegt wurde. Im Zürichkrieg brannten grosse Teile des Dorfes ab, sodass es neu errichtet wurde. Im Schwabenkrieg wurde die Ortschaft geplündert und die Burg Gutenberg belagert und beschossen.
Im Jahr 1795 kam es im nördlichen Dorfteil zu einem Brand, bei dem neben 34 Häusern die Pfarrkirche zerstört wurde. Im März 1799 überquerten französische Truppen im Koalitionskrieg den Rhein bei Balzers, und im Oktober 1799 nächtigten unter dem russischen General Alexander Wassiljewitsch Suworow rund 15'000 Mann in Balzers. In dieser Zeit kam es deshalb zu einer Verarmung der Bevölkerung.
Ab dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Balzers zunehmend zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort.
Balzers war – mit Triesen und Triesenberg – eine der letzten drei Gemeinden Liechtensteins, die am 20. April 1986 das Frauenstimmrecht auf Gemeindeebene zuliessen.

2015 leben 4608 Personen in Balzers. Der Ausländeranteil beträgt 26,9 Prozent. Die Bevölkerung ist zu 80 Prozent römisch-katholisch.

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Balzers“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Хрюша, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons