Gamprin: Geschichte
In Gamprin wurde Zeugen aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit gefunden. Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich der bedeutende archäologische Fundplatz Lutzengüetle.
Die kirchlichen und herrschaftlichen Verhältnisse von Gamprin entsprechen vom Mittelalter bis in die Neuzeit jenen der Pfarrei Bendern. 1499 erfolgte eine Brandschatzung durch die Eidgenossen. 1622 bis 1637 war Gamprin während der Bündner Wirren von Truppendurchzügen und der Pest betroffen. Die älteste erhaltene Dorfordnung von 1643 umschrieb Nutzungsrechte und -pflichten der Dorfgenossen an Weiden und Wäldern. 1761 bis 1822 wurden die Gemeindegrenzen gebildet durch die Aufteilung der gemeinsamen Güter (Wiesen, Auen, Felder, Wälder) zwischen Gamprin, Eschen, Ruggell und Mauren.
Eine bis 1927 betriebene Rheinmühle war bis Mitte des 18. Jahrhunderts im Besitz der Landesherrschaft, danach von Gamprin. Die Rechte an der Rheinfähre Bendern–Haag hatten die Grafen von Werdenberg, 1517 bis 1798 Glarus und ab 1803 der Kanton St. Gallen inne. Der erste Brückenbau 1867/68 bedeutete die Auflassung der Fähre. 1895/96 und 1963–1965 folgten Neubauten. Bis 1923 wurde zeitweilig ein Brückengeld erhoben. 1927 ereignete sich ein verheerender Rheineinbruch. Nach dem Zollvertrag von 1923 nahm der schweizerische Bevölkerungsanteil von 2 % im Jahr 1930 auf 12 % 1989 zu. 1998 lag er bei 10 %. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts dominierten Ackerbau und Viehwirtschaft. Von 1955 bis 1985 ging die Zahl der Betriebe von 61 auf 16 zurück. Die Gemeinde besitzt die Alpe Rauz am Arlberg und zusammen mit Ruggell die Genossenschaftsalpe Fahren-Ziersch in Vandans im Montafon. Mit der Ansiedlung eines vielfältigen Gewerbes und von Industrie änderte sich ab 1955 die Beschäftigungsstruktur. 2000 gab es in Gamprin rund 1600 Arbeitsplätze, davon rund drei Fünftel im zweiten Wirtschaftssektor.