Österreich – vom Habsburgerreich zur neutralen Republik
Im Alpenraum lebten in vorrömischer Zeit Kelten, deren Königreich Noricum später Teil des Römischen Reiches wurde. Nach der Völkerwanderung besiedelten Bajuwaren und Slawen das Land. Im Jahr 996 taucht der Name „Ostarrichi“ erstmals in einer Urkunde auf. Unter den Babenbergern entwickelte sich die Mark zum Herzogtum, bevor im späten 13. Jahrhundert die Habsburger die Herrschaft übernahmen.
Die Habsburger machten Wien über Jahrhunderte zum Zentrum eines Vielvölkerreichs, das weit über das heutige Österreich hinausreichte. Zweimal belagerten osmanische Heere die Stadt, 1529 und 1683. Maria Theresia und Joseph II. prägten mit ihren Reformen das 18. Jahrhundert. 1804 entstand das Kaisertum Österreich, 1867 die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, in der Wien zu einer Metropole von Kunst, Musik und Wissenschaft wurde.
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zerfiel die Monarchie, 1918 wurde die Republik ausgerufen. Politische Spannungen führten 1933/34 zur Ausschaltung des Parlaments und zum autoritären Ständestaat. 1938 wurde Österreich an das nationalsozialistische Deutsche Reich „angeschlossen“; auch Österreicher waren an den Verbrechen des NS-Regimes und am Holocaust beteiligt, dem zahllose jüdische Menschen aus Österreich zum Opfer fielen. Nach 1945 entstand die Zweite Republik. Mit dem Staatsvertrag von 1955 endete die alliierte Besatzung, und Österreich erklärte seine immerwährende Neutralität. 1995 trat das Land der Europäischen Union bei.
Heute prägen Österreich seine Alpenlandschaften, seine reiche Musik- und Kulturtradition und seine Rolle als Brücke in der Mitte Europas.
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