Heimatgeschichte · Triesen ·

Liechtenstein – vom Grafschaftsland zum souveränen Fürstentum

Das Gebiet des heutigen Liechtenstein war schon in der Jungsteinzeit besiedelt und gehörte später zur römischen Provinz Raetia. Im Mittelalter entstanden hier die beiden Herrschaften Vaduz und Schellenberg, die über Jahrhunderte zwischen verschiedenen Adelsgeschlechtern wechselten und Teil des Heiligen Römischen Reiches waren.

Die entscheidende Wende kam um 1700: Das österreichische Fürstenhaus Liechtenstein erwarb 1699 Schellenberg und 1712 Vaduz, um einen Sitz im Reichsfürstenrat zu erlangen. 1719 vereinigte Kaiser Karl VI. beide Gebiete zum Reichsfürstentum Liechtenstein. Mit der Aufnahme in den Rheinbund 1806 wurde das kleine Land souverän, gehörte danach dem Deutschen Bund an und blieb nach dessen Ende 1866 eigenständig. Lange war es wirtschaftlich eng mit Österreich verbunden, unter anderem durch einen Zollvertrag.

Nach dem Ersten Weltkrieg richtete sich Liechtenstein neu aus: Die Verfassung von 1921 schuf eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer Grundlage, und der Zollvertrag mit der Schweiz von 1923 sowie der Schweizer Franken prägen das Land bis heute. Im Zweiten Weltkrieg blieb es neutral; Fürst Franz Josef II. nahm als erster regierender Fürst dauerhaft Wohnsitz in Vaduz. Aus einem armen Agrarland wurde in wenigen Jahrzehnten ein wohlhabender Industrie- und Finanzstandort. 1990 trat Liechtenstein den Vereinten Nationen bei, 1995 dem Europäischen Wirtschaftsraum.

Heute prägen das Zusammenspiel von Fürstenhaus und direkter Demokratie, die enge Bindung an die Nachbarn und eine starke Gemeinschaft in den elf Gemeinden das Land.

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Quelle: Zur Verfügung gestellt vom Betreiber · Grundlage: Wikipedia