Saarland – ein Grenzland zwischen Deutschland und Frankreich
Kelten und Römer hinterließen im Saarland zahlreiche Spuren. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war die Region zersplittert; die Grafen von Nassau-Saarbrücken, das Herzogtum Lothringen und weitere Herren teilten sich das Land. Frankreich und das Reich rangen immer wieder um diesen Raum.
Nach dem Wiener Kongress kam der größte Teil an Preußen, ein kleinerer an Bayern. Kohle und Stahl machten die Region im 19. Jahrhundert zu einem industriellen Zentrum. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet 1920 für 15 Jahre dem Völkerbund unterstellt, Frankreich erhielt die Gruben. Bei der Abstimmung 1935 entschied sich eine große Mehrheit für die Rückkehr zum Deutschen Reich, das bereits nationalsozialistisch regiert wurde; Jüdinnen und Juden sowie politische Gegner wurden daraufhin verfolgt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen und erhielt eine eigene Regierung. 1955 lehnte die Bevölkerung das Saarstatut ab; am 1. Januar 1957 trat das Saarland der Bundesrepublik bei. Der Niedergang von Kohle und Stahl erforderte seitdem einen tiefgreifenden Strukturwandel.
Heute ist das Saarland ein Land der kurzen Wege und gelebten Nachbarschaft zu Frankreich und Luxemburg.
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