Thüringen – vom Land der Kleinstaaten zum Land der Klassik und Reformation
Im frühen Mittelalter bestand ein Königreich der Thüringer, das im 6. Jahrhundert von den Franken erobert wurde. Später herrschten die Ludowinger als Landgrafen von der Wartburg aus, wo die heilige Elisabeth lebte. Danach übernahmen die Wettiner die Herrschaft. Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche.
Durch Erbteilungen zerfiel Thüringen in zahlreiche Kleinstaaten wie Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha oder Schwarzburg. Diese Vielfalt förderte Kultur und Bildung: Weimar wurde mit Goethe, Schiller, Herder und Wieland zum Zentrum der deutschen Klassik, Jena zu einem Ort von Wissenschaft und später optischer Industrie.
1919 tagte in Weimar die Nationalversammlung, die der ersten deutschen Demokratie ihren Namen gab; im selben Jahr wurde dort das Bauhaus gegründet. 1920 schlossen sich die Kleinstaaten zum Land Thüringen zusammen. In der NS-Zeit wurde bei Weimar das Konzentrationslager Buchenwald errichtet, in dem Zehntausende Menschen starben. In der DDR wurde Thüringen 1952 in Bezirke aufgeteilt und 1990 als Freistaat neu gegründet.
Heute prägen Thüringen ein dichtes Netz kleiner Residenzstädte, Wald und Mittelgebirge sowie ein starker Mittelstand.
Welche Geschichten verbinden Sie mit Thüringen? Teilen Sie Ihre Erinnerungen, Fotos und Familiengeschichten mit uns hier in der Heimatgeschichte!