Graz: Geschichte
Eine Besiedlung des Gebiets ist bereits für die Zeit um 3000 v. Chr. belegt. Die erste gesicherte Erwähnung von Graz stammt aus dem Jahre 1140, als Udalrich von Graz eine Schenkung bezeugte. In die Zeit um 1160 fällt die Gründung des großen Grazer Marktes auf dem Boden des heutigen Hauptplatzes. 1379 wurde Graz eine Residenz der Habsburger. Graz widerstand im 16. und 17. Jahrhundert mehreren osmanischen Angriffen. 1585 wurde die erste Universität von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich gegründet. Die Reformation wurde mit der Vertreibung der evangelischen Prediger 1598 und der Schließung der evangelischen Schulen 1599 zurückgedrängt. 1619 übersiedelte der gesamte Habsburger Hofstaat in die Wiener Hofburg. Graz blieb aber Hauptort des Herzogtums und späteren Kronlandes Steiermark. Graz wurde während der Napoleonischen Kriege mehrfach von den Franzosen besetzt. Nach deren Abzug prägten kulturelles Leben, wirtschaftliche Initiativen und neue technische Errungenschaften die schnelle Entwicklung der Stadt bis zum Ende der Monarchie 1918.
Um 1850 wurde Graz Statutarstadt. Mit dem Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye wurde Graz nach 1918 jedoch faktisch von einer Binnenstadt eines Großstaates zur Grenzstadt eines Kleinstaates herabgestuft. Am 7. Juni 1920 entlud sich eine „Kirschenrummel“ genannte Hungerrevolte. Im Zuge des „Anschlusses“ 1938 übernahmen die lokalen Nationalsozialisten bereits vor dem Eintreffen der deutschen Truppen die Kontrolle in der Stadt. Von allen österreichischen Städten verzeichnete Graz im Zweiten Weltkrieg die meisten Luftangriffe – insgesamt 56. 1945 zogen sowjetische Truppen, später britische Truppen in Graz ein, die bis zum Abschluss des Staatsvertrags 1955 blieben. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. 2015 wurde Graz Reformationsstadt Europas.